Amsterdam Noord // Amsterdam

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„Mein Atelier verfügt über Fußbodenheizung und eine interne  Dachterrasse.“ 

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Soziales und Geographie

Das Industrieareal liegt schräg gegenüber dem Hauptbahnhof von Amsterdam, allerdings auf der anderen Seite des Gewässers „Het IJ” und ist nur mit der Fähre erreichbar. Das Gelände ist Teil des Hafens auf dem die Firma „NDSM“ eine Werft betrieben hat.


Geschichte

In den 1970ern meldeten hier, wie auch an den nachbarlichen Werften, die meisten Betriebe Insolvenz an und das Gebiet ging in den Besitz der Stadt Amsterdam über. Nach der Schließung der Werft wurde das Gebiet zunehmend unsicherer und Teile des Geländes wurden illegal von Aktivisten besetzt.

Die Stadt bemühte sich daraufhin über Subventionierungen neue Industrieunternehmen in dem Gebiet anzusiedeln. Aufgrund seiner zentralen Lage war die Umnutzung des Areals für die Stadt von großer Bedeutung. Das Vorhaben gestaltete sich jedoch schwierig und die Stadtverwaltung verlor immer mehr die Kontrolle über die gut organisierte Hausbesetzerszene. 

 

Transformation

Im Jahr 1999 wurde von der Stadtverwaltung ein Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel ein Konzept für eine temporäre kulturelle Nutzung des Geländes der ehemaligen Werft zu finden und das Gebiet so schrittweise aufzuwerten und mit einem neuen Image zu versehen.

Durch die bewusste Förderung einer solchen Zwischennutzung soll sich letztendlich in den folgenden Jahren ein zwei Quadratkilometer großer Stadtteil mit über drei Millionen Quadratmeter Geschossfläche entwickeln. Die Kreativwirtschaft auf dem Werft-Gelände wird hier als Instrumentarium für die kommunale Stadtentwicklung von ganz Amsterdam Nord gesehen.

„Kinetisch Noord“, eine Initiative aus der schon länger hier ansässigen   Hausbesetzerszene, gewann den Wettbewerb. Im Konzept von „Kinetisch Noord“ ist eine gemischte Nutzung des Areals vorgesehen. Es können sich Kleinbetriebe, Theater, Handwerker, Künstler, Händler, Existenzgründer, Schiffbauer und andere Personen, die ein überzeugendes Nutzungskonzept anbieten, ansiedeln.  Der Nutzungsvertrag hierfür begann 2001 und endet mit der Option auf eine Verlängerung im Jahr 2011.


Auswirkungen der Transformation

Wie alle erfolgreichen Kreativorte besitzt auch dieses Gelände eine Magnetwirkung auf kommerzielle Projektentwickler. 2007 hat MTV seinen Hauptsitz in eine der Hallen verlegt. Die „Mediawharf“, wie das Gebiet neuerdings heißt, beheimatet auch die Niederländische Film- und TV-Produktionsfirma IDTV, die in den spektakulären Neubau „Kraanspoor“ eingezogen sind - ein Glasvolumen auf einer ehemaligen Kranschiene und das einzige neu errichtete Gebäude am gesamten Gelände.

 


Institutionen der Transformation

Kinetisch Noord

Die Initiative, die sich mit der Nutzung des Areals beschäftigt. Auf dem Webportal finden sich Informationen über die Geschichte, Infrastrukturen und Aktivitäten auf dem Areal (leider nur auf holländisch)

www.ndsm.nl

 

Robodock

Dabei handelt es sich um das jährlich stattfindende Kunst- und Technologiefestival auf dem Areal bei dem es multimediales Theater, Installationen und Aktionismus und Ausstellungen aus unterschiedlichen Sparten zu sehen gibt.

www.robodock.org

Fotos: Anika Ohlerich

Text: Birgit Schulz, Architektin

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