San Francisco, La Vieja, Zabala // Bilbao

„Die Preise sind seit dem Bau des Guggenheim Museums in der ganzen Stadt drastisch gestiegen“

PLATZHALTER

Soziales und Geographie

Die drei Viertel San Franciso, La Vieja und Zabala sind Teile des Stadtviertels Ibaiondo der Baskenstadt Bilbao. Sie sind südlich der Altstadt, auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Ria del Nervion gelegen. In diesem Gebiet wächst in den letzten Jahrzehnten der Anteil an MigrantInnen stark an. Seit den 90ern erfährt es weiters auch den Zuzug einer neuen Kreativwirtschaft mitsamt der dazugehörigen Lokalszene.

 

Geschichte

Der Stadtteil, ehemals ein eigenes Dorf, war bewohnt von Eisenschmieden, Seeleuten und Bauern. Das Eisen und das Meer haben sich als bestimmende Elemente von La Vieja und Bilbao im Laufe der Geschichte erhalten. Lange Zeit waren der Seehandel und die Bedeutung von Bilbao als Umschlaghafen der wirtschaftlich stärkste Faktor. Ende der 1970er Jahre begann der Niedergang des Viertels: Vor allem aufgrund eines anwachsenden Drogenproblems, stieg Kriminalität und Prostitution im Viertel an. Die Bewohner, die es sich leisten konnten, begannen den Stadtteil zu verlassen.  Die Industrie wurde gegen Ende des 20 Jh. immer weniger ertragreich, weshalb die Stadt von Industrie auf Dienstleistungen umgeschwenkt hat. Trotz des touristischen Booms durch den so genannten Guggenheim Effekt, besitzt Bilbao innerhalb der Region die höchste Arbeitslosigkeit und die niedrigsten Löhne. und gerade „alten“ Viertel San Franciso, La Vieja und Zabala, sind heute von großflächigem Abriss und teilweiser Verwahrlosung geprägt.

 

Transformation

Vor ungefähr 25 Jahren entdeckten Künstler das Gebiet wieder für sich. Unter ihnen befanden sich viele Maler, Bildhauer, Theaterleute, Musiker und Straßenkünstler. In den großen, leer stehenden Industriegebäuden und heruntergekommenen, kleinen Straßenlokalen fanden die Kunstschaffenden freie Räumlichkeiten; kostengünstig und direkt im Zentrum der Stadt.  Die jüngere Generation findet man in verschiedenen Industriegebäuden, wie zum Beispiel in der „Calle Las Cortes 29-31“, in der sich verschiedene künstlerische Initiativen, wie eine Tanzwerkstatt, eine afrikanische Perkussionswerkstätte und Künstlerateliers eingemietet haben. Seit 2000 siedeln sich immer mehr kleine Betriebe an, gefördert werden jene, die in Verbindung mit Kultur, Kunst, Mode, Technologien und der Freizeitindustrie stehen.

 

Auswirkungen der Transformation

In den letzten Jahren hat sich die Nutzung des öffentlichen Raumes verstärkt. Durch verschiedene, teils geförderte, teils selbstorganisierte Kulturinitiativen und Festivals wird der Versuch unternommen, das Bild des Viertels zu verbessern und die nicht-ansässige Bevölkerung dazu animiert, das über Jahre gemiedene Viertel wieder zu betreten. Beispiele sind ein Flohmarkt, der jeden Samstag von in der Straße ansässigen Läden organisiert wird; oder das Festival „Puente a la cultura“, das die Brücken rund um San Francisco und La Vieja bespielt. . Wirklich etablierte Unternehmen haben sich noch nicht angesiedelt, allerdings findet man in dem Viertel schon einige der avantgardistischsten Restaurants der Stadt.


Institutionen der Transformation

 

„Bilborock“ und „Bilboarte“

Durch die Gründung der Kulturinitiativen Bilborock und Bilboarte beabsichtigte die Stadt die heruntergekommene Zone mit Hilfe von Kunst und Kultur zu rehabilitieren.

www.bilbao.net/bilbaoarte/

Fotos und Text: Pablo Ibaria, Künstler und Kristina Sumper, Videokünstlerin


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